Gebrauchte Literatur, einfach alt oder wirklich wertvoll?

Der Stereotyp eines Antiquariats mag für die meisten Leute ein altmodischer Raum sein, der etwas muffig riecht und dessen Bücher verstaubt beziehungsweise vergilbt sind. Diese Impression trägt wahrscheinlich nicht all zu viel zur Begeisterung der Menschen für antike Literatur bei, da die Promotion heutzutage, egal ob für Bücher oder andere Artikel, bunt, futuristisch aber auf jeden Fall modern sein muss. Dies hat zur Folge, dass Bücher, aufgrund des Informationsflusses, der vermehrt und beinahe ausschließlich über das Internet stattfindet, immer seltener gelesen werden, insbesondere gebrauchte Literatur aus Antiquariaten.

Doch wer trotzdem einen Hang zu Büchern hat und viel liest, greift nicht selten auch zu Büchern aus einem Antiquariat, denn eine sauber gebundene Iphigenie auf Tauris von Goethe liest sich doch in einem nostalgisch anmutenden Buch stilechter als in einem flapsigen, digital bedruckten Heftchen.

Gebrauchte Literatur und alte Bücher haben durchaus Ihren Wert

Des Öfteren werden in Antiquariaten auch seltene Exemplare wie zum Beispiel Handschriften oder Autographen angeboten, deren Wert leider keiner mehr kennt. In der Regel jedoch sind dort gebrauchte Bücher für einen Spottpreis erhältlich, was bedauerlicherweise wenige Menschen in Anspruch nehmen. Speziell durch diesen Sachverhalt wurde auch der Begriff „Modernes Antiquariat“ geprägt, welcher einen Verkauf von Mängelexemplaren impliziert, die unter dem aktuellen Marktwert vertrieben werden. Dies ist jedoch auch mit einem kritischen Auge zu betrachten, da auch ein Antiquariat mit zunehmender Modernisierung und Globalisierung unter finanziellen Einbrüchen leidet.