Jane Austen – Stolz und Vorurteil

Der wohl populärste Roman der Schrifstellerin Jane Austen erschien 1813: Stolz und Vorurteil (im Original: „Pride and Prejudice“). Die Handlung von Stolz und Vorurteil spielt ebenfalls in dieser Zeit und behandelt das Leben von Elizabeth Bennet sowie Fitzwilliam Darcy. Austen beschreibt darin vor allem die Irrungen und Verwirrungen welche die Verheiratung der fünf Töchter der Familie Bennet mich sich bringt. Diese befinden sich im Alter von fünfzehn bis zwanzig Jahren und müssen möglichst rasch unter die Haube weil im Falle des Todes des Familienvaters das Erbe an den nächsten männlichen Verwandten fallen würde und die Familie entsprechend mittellos dastünde. Die Anbahnung von Beziehungen verläuft im komplizierten Beziehungsgeflecht der gehobenen Kreise des Londoner Umlands alles andere als einfach, ist sie doch, wie der Romantitel nahelegt, von Stolz und Vorurteil geprägt. Besonders die Verwicklungen, denen sich Elizabeth Bennet aber auch Fitzwilliam Darcy ausgesetzt sehen, machen den besonderen Reiz des Werks von Austen aus. Bezeichnend hierfür ist ein im späteren Verlauf des Romans stattfindender Heiratsantrag, welchen Elizabeth brüsk zurückweist, nachdem ihr Darcy dargelegt hat, dass er sie trotz ihrer Familie, welche er als peinlich empfände, lieben würde und auch über den Standesunterschied großzügig hinweg sehen würde. Das im Stil eines Entwicklungsromans gehaltene Sittengemälde des frühen neunzehnten Jahrhunderts in England ist Austen trefflich gelungen. Als siebtes von acht Kindern eines Pfarrers in Steventon entstammte Jane Austen einer überdurchschnittlich gebildeten und vor allem belesenen Familie. Nachdem sie Zeit ihres Lebens unverheiratet blieb, hatte sie eine unvoreingenommene Außensicht des geschlechtlichen Miteinanders ihrer Zeit in England, welche ihr Roman Stolz und Vorurteil anschaulich wiederspiegelt.

Leo N. Tolstoi Anna Karenina – Tolstois Bild der Gesellschaft

Der russische Schriftsteller Leo N. Tolstoi arbeitete von 1873 bis 1877 an seinem Roman Anna Karenina. Dieses Werk gilt heute als Weltklassiker und zählt zur realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Tolstoi schaffte es in Anna Karenina, mit psychologischer Schärfe, die inneren und äußeren Konflikte seiner Protagonisten detailliert und in einer Art darzustellen, die Leser heute noch zu fesseln vermag.

Tolstoi gelingt es anhand der Literatur ein realistisches Bild seiner Zeitgenossen einzufangen. Der Autor erzählt die Geschichte dreier Familien, in dessen Mittelpunkt die dramatische Liebesgeschichte der Titelheldin Anna Karenina steht. Anna ist die Ehefrau des in der Gesellschaft hoch angesehenen Alexej Alexandrowitsch Karenin, gemeinsam haben die beiden einen Sohn namens Serjosha. Während eines Aufenthalts bei ihrem Bruder, verliebt sich Anna in Wronski. Sie versucht, diese Gefühle gegenüber Alexej und gegenüber sich selbst zu leugnen. Dies gelingt ihr nur bedingt, denn Anna und Wronski treffen sich weiterhin heimlich. Als Wronski mit einem versuchten Selbstmord Annas Herz vollständig gewinnt, reisen die beiden nach Italien. Bei der Rückkehr, erwartet Anna der gesellschaftliche Spott. Sie fällt in eine schwere Depression, die ihr tragisches Ende im Selbstmord der Protagonistin nimmt.

Tolstoi verdeutlicht die Enge der geellschaftlichen Konventionen

Tolstoi beschreibt ähnlich wie in seiner anderen rebellischen Literatur, die gesellschaftlichen Konventionen seiner Epoche. In seiner Literatur verdeutlicht er, wie diese Zwänge, Liebe und sogar Leben zerstören können. Der Autor kann auf einen großen Fundus an Erfahrung zurückgreifen, da er selbst Sohn eines Grafen und einer Fürstin und somit mit den gesellschaftlichen Vorgängen und Zwängen vertraut war – eine Schilderung, die derart fesselt, dass dieses Buch zuletzt im Jahr 2012 mit Keira Knightley und Jude Law  in den Hauptrollen erneut verfilmt wurde.