Blockbücher Fertigung – der Anfang des Buchdrucks

Blockbücher dürften mit Abstand zu den seltensten Exemplaren in den Antiquariaten zählen. In der Fertigung der Blockbüchern liegen zugleich die Wurzeln des Buchdrucks. Die Bücher bestehen aus Abzügen, welche von Holztafeln gemacht wurden. Dazu wurden die Bilder und Texte in das Holz geschnitten, mit Leimfarbe eingefärbt und auf Papier abgedruckt. Es konnte meist nur eine Seite bedruckt werden, da das Reibeverfahren starke Abdrücke auf der Papierrückseite hinterließ. Die Fertigung von Blockbüchern erwies sich als sehr wirtschaftlich. Da die Vorlagen über einen längern Zeitraum gelagert werden konnten, war es möglich, bei Bedarf immer neue Exemplare zu drucken.

Blockbücher Fertigung – eine chinesische Technik

Etwa im 7. Jahrhundert begann man in China mit der Fertigung von Blockbüchern. Als erstes gedrucktes Buch der Menschheitsgeschichte gilt das sechsseitige buddhistische Werk “Diamantsutra”, welches 868 entstand. In unseren Breiten begann man im 15. Jahrhundert mit der Fertigung von Blockbüchern (die Universität Oxford hat hier eine Zusammenstellung von Blockbücher veröffentlicht). Wissenschaftler vermuten, dass die Blockbücher bereits hergestellt wurden, bevor Gutenberg den Buchdruck durch seine beweglichen Letter reformierte. Heute sind 33 Werke in etwa 100 Blockbuch-Ausgaben bekannt. Besonders verbreitet war der Blockbuchdruck Mitte des 15. Jahrhunderts in den Niederlanden und in der Umgebung von Straßburg.

Meist vermittelten die Blockbücher religiöse Inhalte wie z.B. die so genannten Biblia pauperum (Armenbibel), einige Beispielseiten sind hier digitalisiert. Geläufig waren Gegenüberstellungen des Alten und Neuen Testaments, Abbildungen der 10 Gebote, oder Geschichten verschiedener Heiliger. Neben christlichen Inhalten enthielten Blockbücher auch Fabeln, Kalender, oder Lehrstoff. Blockbücher wurden bis etwa 1530 gefertigt. Den größten Bestand an Blockbüchern in Deutschland besitzt das Berliner Kupferstichkabinett.