Flächenkolorit

Der Begriff Flächenkolorit bezeichnet eine Gestaltungsweise von Druckerzeugnissen vergangener Jahrzehnte und Jahrhunderte, wie sie vor allem bei geographischen Karten angewandt wurde und diesen ihren typischen, optischen Charakter geben. Da zur damaligen Zeit noch nicht die Möglichkeit bestand, exakt topographische Karten zu drucken und zu kolorieren, etablierte sich der Flächenkolorit als gängige Alternative zur Darstellung von Ländern oder ganzen Kontinenten.

Typisch für einen Flächenkolorit sind der Einsatz verschiedener, oftmals leuchtender Farben, die zur Begrenzung von Ländern oder Stadtgrenzen herangezogen wurden, was das damals technisch kaum mögliche Einfärben einer ganzen Fläche ersetzte. Ergänzt wird die Darstellung des Flächenkolorits noch durch die schriftliche Einsetzung von Städte- oder Ländernamen ebenso wie das zeichnerische Einbinden wesentlicher Landschaftsmerkmale wie Gebirge oder Seen.

Praktischer Nutzen – Dank Flächenkolorit konnte Kartenwerk ohne Neudruck aktualisiert werden

Das Verwenden von Flächenkoloriten hatte in den vergangenen Jahrhunderten zudem eine besonders praktische Seite: Da regelmäßige Änderungen in den Besitzrechten von Landtümern gängig waren, musste nicht explizit nach jeder Änderung neues Kartenmaterial hergestellt werden. Vielmehr wurde es durch die Verwendung eines Flächenkolorits auch Laien möglich, Änderungen im Grenzverlauf einzelner Ländereien im Nachhinein einzuzeichnen oder zu ergänzen, um das Kartenwerk stets auf dem neusten Stand zu halten.