Frakturschriften

Frakturschriften ist eine bestimmte Art von Schriftfamilie, die sich vor allem in Büchern und anderen Druckerzeugnissen des frühen 20. Jahrhunderts und der Zeit zuvor finden lässt. Der Begriff  „Fraktur“ ist lateinisch und bedeutet übersetzt „Bruch“ – eine Bezeichnung, die den Grundcharakter des Schreibens einer Frakturschrift verdeutlicht. Sind bei vielen anderen Schriftarten runde und harmonische Bewegungen im Schriftbild klar erkennbar, wirken Frakturschriften deutlich kantiger. Während des Schreibens eines Buchstabens in Frakturschrift wird durch den Schreiber eine oder mehrere abrupte Änderung der Schreibrichtung ausgeführt, auch das Absetzen und Neuansetzen des Stiftes während des Schreibens eines einzelnen Buchstabens ist üblich.

Frakturschriften – genutzt von Mittelalter bis in die Neuzeit

Vom Mittelalter bis hinein in die frühe Neuzeit waren Frakturschriften weit verbreitet und bieten dem modernen Auge auch beim ersten Hinschauen den typischen Eindruck, dass ein vorliegendes Buch wenigstens 70 Jahre oder älter sein müsste. Heutzutage trifft man die in modernen Augen etwas mühsam lesbare Schriftart kaum mehr an, jedoch wird eine besonders klassische dieser gebrochenen Schriften standardmäßig in Schreibprogrammen unter dem Namen „Fraktur“ angeboten. Bekannte Vertreter aus der Familie der Frakturschriften sind die Sütterlinschrift, die gothische Textura oder die Großschrift Initiale.