Frontispiz

Der Frontispiz bezeichnet im Buchwesen eine Illustration, die vor allem bei den Büchern vergangener Jahrhunderte eine wichtige Rolle spielte, jedoch auch bei modernen Büchern in abgewandelter Form anzutreffen ist. Das Wort leitet sich vom französischen „frontispice“ her, was übersetzt soviel wie „Stirnseite“ bedeutet. Der Frontispiz lässt sich stets auf der zweiten Seite eines Buches antreffen, also auf der Rückseite des ersten Blattes gegenüber dem Buchtitel. Hier war es vor allem in früheren Jahrhunderten üblich, eine seitenumfassende Illustration einzubinden, die eine typische Szene aus der Handlung des Buches zeigen sollte und somit dem Leser schon einen groben Eindruck über den Charakter des Buches verleihen sollte. Das Zeichnen von Frontispizen war in vergangenen Jahrhunderten eine angesehene Tätigkeit, die auch namhafte Künstler der jeweiligen Epochen ausübten.

Frontispizen wichen zugunsten des Autoren Bildes

Auch heute wird auf das Bedrucken der zweiten Seite im modernen Buchdruck nicht verzichtet, auch wenn es sich hierbei nicht mehr um einen klassischen Frontispiz handelt. Vielmehr wird bei belletristischen Werken das Foto des Autors mit einer kurzen Biographie präsentiert, während in Fachbüchern meist eine Aufzählung anderer wissenschaftlicher Werke des entsprechende Autors erfolgt – Illustrationen sind in beiden Genres sehr selten.