Inkunabel ist die Bezeichnung für Druckwerke, die in der Frühzeit des Buchdrucks entstanden sind. Abgeleitet wird der Begriff von den lateinischen Substantiven incunabula (= Windeln) und cunae (= Wiege). Inkunabeln sind mit beweglichen Lettern gedruckte Schriften, die vor dem 31. Dezember 1500 hergestellt wurden. Der Buchdruck wurde erst nach dieser Zeit mit neuen Techniken und Herstellungsverfahren weiter entwickelt und daher auch der metaphorische Begriff Inkunabel für alte Schriften, die zu Zeiten entstanden sind als der Buchdruck noch in den Windeln lag. Ein Synonym dafür ist demnach auch das Wort Wiegendruck.
Inkunabeln – der Anfang des modernen Buchdrucks
Das Wort Inkunabel wird vor allem in Fachkreisen der Buchwissenschaft und in der Inkunabelforschung verwendet. Durch die Weiterentwicklung des damaligen Buchdrucks wurde ein schnelleres und effektiveres Drucken möglich. Zuvor wurden Bücher und andere Schriften nur von Hand geschrieben. Dennoch waren Bücher zur damaligen Zeit noch keine Massenware, sondern wurden mühevoll in Handarbeit angefertigt. Verlegt wurden auch damals schon Schriften mit unterschiedlichen Inhalten. So wurden Bibeln und fromme Schriften, aber auch Kräuter- und Medizinbücher oder regionale Texte gedruckt. Inkunabeln werden bibliothekarisch gesondert verwaltet und in Inkunabelkatalogen aufgelistet. Besonders große Inkunabelbestände haben die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und die Bayerische Staatsbibliothek München. Die berühmteste Inkunabel ist die Gutenberg-Bibel.
