Inkunabeln – bevor das Buch Massenware wurde

Inkunabel ist die Bezeichnung für Druckwerke, die in der Frühzeit des Buchdrucks entstanden sind. Abgeleitet wird der Begriff von den lateinischen Substantiven incunabula (= Windeln) und cunae (= Wiege). Inkunabeln sind mit beweglichen Lettern gedruckte Schriften, die vor dem dem Jahr 1500 (und auch vor der Gutenberg Bibel) hergestellt wurden. Der Buchdruck wurde erst nach dieser Zeit mit neuen Techniken und Herstellungsverfahren weiter entwickelt und daher auch der metaphorische Begriff Inkunabel für alte Schriften, die zu Zeiten entstanden sind als der Buchdruck noch in den Windeln lag. Ein Synonym dafür ist demnach auch das Wort Wiegendruck.

Inkunabeln – der Anfang des modernen Buchdrucks

Das Wort Inkunabel wird vor allem in Fachkreisen der Buchwissenschaft und in der Inkunabelforschung verwendet. Durch die Weiterentwicklung des damaligen Buchdrucks wurde ein schnelleres und effektiveres Drucken möglich. Zuvor wurden Bücher und andere Schriften nur von Hand geschrieben. Dennoch waren Bücher zur damaligen Zeit noch keine Massenware, sondern wurden mühevoll in Handarbeit angefertigt. Verlegt wurden auch damals schon Schriften mit unterschiedlichen Inhalten.

So wurden Bibeln und fromme Schriften, aber auch Kräuter- und Medizinbücher oder regionale Texte gedruckt. Inkunabeln werden bibliothekarisch gesondert verwaltet und in Inkunabelkatalogen aufgelistet. Die Universität Heidelberg hat damit begonnen die alten Drucke zu digitalisieren und damit Inkunabeln über das Internet verfügbar zu machen.

Besonders große Inkunabelbestände haben die Württembergische Landesbibliothek Stuttgart und die Bayerische Staatsbibliothek München. Die berühmteste Inkunabel ist die Gutenberg-Bibel.