Leo N. Tolstoi Anna Karenina – Tolstois Bild der Gesellschaft

Der russische Schriftsteller Leo N. Tolstoi arbeitete von 1873 bis 1877 an seinem Roman Anna Karenina. Dieses Werk gilt heute als Weltklassiker und zählt zur realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Tolstoi schaffte es in Anna Karenina, mit psychologischer Schärfe, die inneren und äußeren Konflikte seiner Protagonisten detailliert und in einer Art darzustellen, die Leser heute noch zu fesseln vermag.

Tolstoi gelingt es anhand der Literatur ein realistisches Bild seiner Zeitgenossen einzufangen. Der Autor erzählt die Geschichte dreier Familien, in dessen Mittelpunkt die dramatische Liebesgeschichte der Titelheldin Anna Karenina steht. Anna ist die Ehefrau des in der Gesellschaft hoch angesehenen Alexej Alexandrowitsch Karenin, gemeinsam haben die beiden einen Sohn namens Serjosha. Während eines Aufenthalts bei ihrem Bruder, verliebt sich Anna in Wronski. Sie versucht, diese Gefühle gegenüber Alexej und gegenüber sich selbst zu leugnen. Dies gelingt ihr nur bedingt, denn Anna und Wronski treffen sich weiterhin heimlich. Als Wronski mit einem versuchten Selbstmord Annas Herz vollständig gewinnt, reisen die beiden nach Italien. Bei der Rückkehr, erwartet Anna der gesellschaftliche Spott. Sie fällt in eine schwere Depression, die ihr tragisches Ende im Selbstmord der Protagonistin nimmt.

Tolstoi verdeutlicht die Enge der geellschaftlichen Konventionen

Tolstoi beschreibt ähnlich wie in seiner anderen rebellischen Literatur, die gesellschaftlichen Konventionen seiner Epoche. In seiner Literatur verdeutlicht er, wie diese Zwänge, Liebe und sogar Leben zerstören können. Der Autor kann auf einen großen Fundus an Erfahrung zurückgreifen, da er selbst Sohn eines Grafen und einer Fürstin und somit mit den gesellschaftlichen Vorgängen und Zwängen vertraut war – eine Schilderung, die derart fesselt, dass dieses Buch zuletzt im Jahr 2012 mit Keira Knightley und Jude Law  in den Hauptrollen erneut verfilmt wurde.