Jane Austen – Stolz und Vorurteil

Der wohl populärste Roman der Schrifstellerin Jane Austen erschien 1813: Stolz und Vorurteil (im Original: „Pride and Prejudice“). Die Handlung von Stolz und Vorurteil spielt ebenfalls in dieser Zeit und behandelt das Leben von Elizabeth Bennet sowie Fitzwilliam Darcy. Austen beschreibt darin vor allem die Irrungen und Verwirrungen welche die Verheiratung der fünf Töchter der Familie Bennet mich sich bringt. Diese befinden sich im Alter von fünfzehn bis zwanzig Jahren und müssen möglichst rasch unter die Haube weil im Falle des Todes des Familienvaters das Erbe an den nächsten männlichen Verwandten fallen würde und die Familie entsprechend mittellos dastünde. Die Anbahnung von Beziehungen verläuft im komplizierten Beziehungsgeflecht der gehobenen Kreise des Londoner Umlands alles andere als einfach, ist sie doch, wie der Romantitel nahelegt, von Stolz und Vorurteil geprägt. Besonders die Verwicklungen, denen sich Elizabeth Bennet aber auch Fitzwilliam Darcy ausgesetzt sehen, machen den besonderen Reiz des Werks von Austen aus. Bezeichnend hierfür ist ein im späteren Verlauf des Romans stattfindender Heiratsantrag, welchen Elizabeth brüsk zurückweist, nachdem ihr Darcy dargelegt hat, dass er sie trotz ihrer Familie, welche er als peinlich empfände, lieben würde und auch über den Standesunterschied großzügig hinweg sehen würde. Das im Stil eines Entwicklungsromans gehaltene Sittengemälde des frühen neunzehnten Jahrhunderts in England ist Austen trefflich gelungen. Als siebtes von acht Kindern eines Pfarrers in Steventon entstammte Jane Austen einer überdurchschnittlich gebildeten und vor allem belesenen Familie. Nachdem sie Zeit ihres Lebens unverheiratet blieb, hatte sie eine unvoreingenommene Außensicht des geschlechtlichen Miteinanders ihrer Zeit in England, welche ihr Roman Stolz und Vorurteil anschaulich wiederspiegelt.